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Micro-Learning-Studie mit der FH Burgenland

Forschungsprojekt zu Micro-Learning in der Personalentwicklung

Welchen Nutzen haben kurze Lernhäppchen – meist online und mobil verfügbar – in der betrieblichen Weiterbildung? Und wie müssen sie aufbereitet sein, damit AnwenderInnen ihre (Lern-)ziele erreichen? Diesen aktuellen Fragen widmete sich der Studiengang „Master Human Resource Management“ an der FH Burgenland.

57 Studierende und vier LehrveranstaltungsleiterInnen forschten mit Fokusgruppen unter Einbeziehung von Umfragen, Experteninterviews und Beobachtung (inklusive Eyetracking). Christoph Stieg, Geschäftsführer von perfact training, hielt die Expert-Keynote, fungierte als Ideengeber und vernetzte Auftraggeber, Entwickler und Anwender.

Knapp 97% der Lernenden nutzen Micro-Learning – bevorzugt von zu Hause aus, meist mit dem Smartphone. Und knapp 80% der Micro-Learning-UserInnen können sich vorstellen, diese Form des Lernens auch im betrieblichen Alltag einzusetzen, wenngleich bislang erst 55% der befragten Unternehmen dieses Format tatsächlich für ihre Personalentwicklung verwenden. Es ergibt sich also ein riesiges Potenzial, dem in den kommenden Jahren auch mehr und mehr Angebote folgen werden.

Buch ist out, digitales Lernen angesagt

Beispiel Eye-Tracking-Test bei Micro-Learning-Video

Während digitale Formen des Microlearnings (z.B. Videotutorials oder Audiokurse) boomen, gelten für die Mehrheit der Befragten Lernunterlagen in Buchform als out. Das zeigte unter anderem eine Fokusgruppendiskussion mit Lehrlingen. Festgestellt wurde, dass es keine wesentlichen demografischen Unterschiede bezugnehmend auf die Akzeptanz von Microlearnings gibt – sowohl jüngere als auch ältere befragte Personen, gleichermaßen Frauen wie Männer, zeigten sich von den Möglichkeiten digitaler Kurztrainings überzeugt und gaben an, diese gerne im praktischen Einsatz nutzen zu wollen. Auch die Aufmerksamkeitsspanne bei Probanden einer Testreihe wurde mittels Eye-Tracking-Methode überprüft. Dabei zeigte sich, dass die visuelle Aufbereitung der Inhalte ganz wesentlichen Einfluss auf die Aufmerksamkeit hatte. War das Microlearning kurzweilig umgesetzt, enthielt überraschende Botschaften und grafische Signalelemente (z.B. Einblendungen, Diagramme, Animationen), konnte die Aufmerksamkeit perfekt gehalten werden. Gab es hingegen zu lange Phasen des Monologs (> 20 – 30 Sekunden), ließ sich die Nutzer leicht ablenken. Stieg: „Dass ein Training von Anfang bis Ende motivierend sein muss, gilt in der realen wie in der digitalen Welt gleichermaßen. Aber digital ist die Aufmerksamkeitspanne ungleich kürzer – darauf ist bei der Konzeption und Umsetzung von Microlearnings ganz besonders zu achten.“

Namhafte Unternehmen unterstützten das Forschungsprojekt

Die Studien wurden in mehreren Unternehmen unterschiedlicher Branchen durchgeführt, u.a. bei Ricoh, Hornbach, Bosch oder Organisationen wie der Landespolizeidirektion Bugenland. Die Ergebnisse der Studie werden ab Herbst 2019 als Band der Reihe „Pannonia Research“ an der FH Burgenland erhältlich sein. Vorbestellungen sind bereits möglich.

Referenz: Bericht auf Haufe.de

Infos & Kontakt: Studienleiterin Silvia Ettl-Huber, Vizerektorin FH Burgenland

Kostenfreie Micro-Learnings: Hier erhältlich

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