Damit das gelingt müssen sich Führungskräfte an neue Spielregeln halten:
Netzwerke moderieren statt Mitarbeiter kontrollieren
Führungskräfte müssen sich unter instabilen Verhältnissen von Steuerungs- und Regelungsmechanismen verabschieden und den Mitarbeitern mehr Freiraum lassen - v.a. Freiraum zur Netzwerkbildung, denn Nerzwerkintelligenz ist eine größere Triebkraft für Innovation als die Intelligenz Einzelner oder einzelner Teams. Führungskräfte, die damit beschäftigt sind, ihr Machtmonopol zu wahren, lähmen die Organisation jedoch in ihrer Vernetzung- und damit Innovationsfähigkeit . Ideen zu bewerten und über ihre Umsetzung zu entscheiden, ist letztlich aber ihre Aufgabe.
Instabilität aushalten und Fehler zulassen
Manager müssen sich damit abfinden, in einem instabilen Umfeld keine langfristigen konkreten Planungen und Strategien aufstellen zu können. Sie müssen auf Instrumente, die sich in Zeiten der Stabilität bewährt haben, verzichten - z.B. auf harte Zielvereinbarungen. Die Mitarbeiter müssen statt dessen die Möglichkeit haben, das operative Alltagsgeschäft selbst organisiert zu meistern. Dazu gehört ein gerütteltes Maß an Fehlertoleranz.
Das System auf operativer Ebene destabilisieren
Verfahrensweisen und Prozesse schleifen sich mit der Zeit ein, entsprechen irgendwann nicht mehr den Bedingungen des Marktes. Bevor das zu einem Existenz bedrohenden Problem wird, sollten Führungskräfte gegensteuen und das System zielgerichtet destabilisieren, damit es Neues hervorbringen kann.
Das System auf der kulturellen Ebene stabilisieren
Wenn Manager bewusst destabilisieren, dann müssen Sie auf der anderen Seite stabilisieren. Dazu gehört nicht nur, die Mitarbeiter auf gemeinsame (weiche) Ziele und Visionen einzuschwören, ihre Neugierde und Faszination zu wecken; Führungskräfte müssen auch eine gemeinsame Identität stiften und sie vorleben. Also authentisch und glaubwürdig sein. Wichtigste Voraussetzung dafür: Sie müssen selbst führen können.
(managerSeminare - Ausgabe 71/November/Dezember 2003) |